Fairfax und Band - Snippet

Was zeichnet das neue Album musikalisch aus?

Dieses Album ist in fast jeder Hinsicht etwas anderes als alles, was ich bisher gemacht habe. Die größte Veränderung ist sicherlich, dass es kein Album von „Fairfax“ sondern von „Fairfax und Band“ ist.
Ich habe die letzten Jahre eine Band zusammengestellt, auf die ich wirklich stolz bin. Welcher deutsche „Rapper“ hat schon den Luxus eine so fitte Band, die zudem aus echten Kollegen besteht zu haben. Das hat sich auch bei den Aufnahmen bemerkbar gemacht.
Wir hatten im Studio trotz harter Arbeit soviel Spaß, wie ich es vorher nur von der Bühne kannte. Es haben Musiker aus ganz unterschiedlichen Richtungen mitgearbeitet und keiner locker gelassen, bis ihn das Ergebnis überzeugt hat.
Wir haben völlig zwangfrei ohne Druck gearbeitet und ich glaube, letztendlich ist etwas entstanden, womit sich jeder einzelne identifizieren kann und was von jedem dieser ganz unterschiedlichen Musiker ein Stück weit geprägt wurde.
Deshalb kann das Album gar nicht anders als einzigartig sein. Um das Ganze abzurunden und meine Sucht nach den guten alten HipHop-Beats zu befriedigen, brauchte ich aber auch noch ein paar fitte Produzenten.
Ich bin deshalb wahnsinnig froh, Mr.Mick von SpokenView Berlin, der gleich zwei Tracks produziert hat und Pokerbeats von Beatzkrieg Germany dabei zu haben.
Das sind zwei meiner absoluten Lieblingsproduzenten im deutschen Raum.
Ich habe einfach nach den Sternen gegriffen und gesagt, ich will diesmal nicht 20 Songs, sondern vielleicht nur 9.
Dafür will ich aber eine komplette Band, die geilsten Produzenten und ein Topstudio. Keine Kompromisse beim Sound und keine in der Musik, einmal will ich alles reinbuttern und etwas größenwahnsinnig sein dürfen.
Ich dachte zwischendurch oft, dass das Projekt zu groß angelegt ist und es nicht fertig wird. Umso froher bin ich, dass wir es tatsächlich geschafft haben.

Was steckt hinter dem Titel?

„Kunststoff“ ist keine Milieustudie oder typische Weltverbesserung mit einer absoluten Wahrheit. Es Ist auch kein Album, das allen zeigen soll, wer am tightesten rappt.
Die Themenwahl habe ich erstmal offen gelassen und einen allgemeineren Hintergrund gewählt:
Ich habe mich einfach gefragt, wenn du eine Platte machst, wie du sie evtl. (aus zeitlichen und finanziellen Gründen) nur einmal machen kannst, worum geht es dann?
Und das hängt mit der Frage zusammen warum ich die Platte überhaupt machen will.
Einfache Antwort: Kunst!
Das ist doch das, was alle Musiker verbindet, die all ihre Energie und Geld in Musik stecken und das unabhängig vom Erfolg.
Sie wollen etwas schaffen, das ihnen wirklich entspricht, sie widerspiegelt. Das kann dir (so schön es auch ist) keine jubelnde Crowd und keine gute Kritik geben.
Natürlich ist es schön, wenn anderen gefällt was du machst, das ist sicher ein toller Nebeneffekt. Gerade HipHop liefert diese Intention der Kunst in seiner reinsten Form.
Und das immer noch, auch wenn man in den Medien seit ein paar Jahren ein anderes Bild von HipHop zu sehen bekommt.
Mir wurde klar, dass mich genau diese Suche nach Ausdruck und ehrlicher Auseinandersetzung immer so an Musik gefesselt hat.
„Kunststoff“ ist also eine Überschrift für all das, was ich in der Musik hoffe von mir wieder zu finden, vielleicht sogar neu über mich zu lernen.
Dabei habe ich einfach alle Grenzen ignoriert. Die Platte hat Songs, die rockig klingen und andere sind vielen vielleicht zu poppig.
Natürlich bleibt HipHop meine Homebase, aber ich liebe diese Kurztrips.
Auch thematisch gibt es hier und da mal Seitenhiebe in Richtung Weltpolitik
(„Sarkozy findet jetzt Rap so geil, dass er ins banlieu zieht, wegen dem Ghettostyle. Und sogar im Iran kauft man die CD und Merchandise-T-Shirts mit „I love Israel““)
Ein anderes Mal wird Rap durch den Kakao gezogen und dann wieder persönliche emotionale Kuriositäten überdacht.
Wenn man sich bei einer Bandplattform im Internet anmeldet, soll man die Stilrichtung ankreuzen, die man macht.
Ich suche da immer vergeblich den Eintrag „Kunststoff“.Ich weiß nicht, ob es „conscious“ „indie“ oder „crossover“ ist.
Ich weiß, nur, es ist Kunst, weil ich mich darin wieder finde. Ich glaube, ich bin „bewusst“, aber irgendwie auch „unabhängig“.
Was es für dich ist und ob du dich damit identifizieren kannst, musst du entscheiden. Wenn nicht, dann bist du anders gepolt, nichts ist subjektiver als Kunst, als Charakter.








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